Das Porträt über die individuelle Mobilität in der Schweiz.
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5 Dinge, die du über Elektromobilität und E-Autos wissen solltest

Elektromobilität gehört immer mehr zu unserem Alltag. Erfahre hier die wichtigsten Fakten rund um Elektroautos.

In der Schweiz verbreiten sich Elektrofahrzeuge immer mehr: Auch wenn sie in den ersten neun Monaten 2019 mit knapp 4 Prozent nur einen kleinen Anteil an allen Neuwagen-Zulassungen ausmachten, so ist das doch mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Hinzu kommen noch die Plug-in-Hybride mit einem Prozent, die zwar auch über einen Verbrennungsmotor verfügen, aber ebenfalls über das Stromnetz aufgeladen werden können. Zusammen sollen diese sogenannten «Steckerfahrzeuge» bereits 2020 einen Marktanteil von 10 Prozent ausmachen, 2022 könnten es schon 15 Prozent sein. Den Elektroautos gehört die Zukunft, so scheint es. Erfahre hier alles, was du über Elektroautos und E-Mobilität wissen musst.

1. Die Reichweite lässt sich selber beeinflussen

Je nach Modell schaffen Elektroautos mit einer Stromladung zwischen 200 und 600 Kilometer. Wer aber gleichmässig und mit eingeschalteter Rekuperation fährt, kann die Reichweite positiv beeinflussen. Bei der Rekuperation wird Bremsenergie wieder in Fahrenergie umgewandelt. Wer zudem auf Klimaanlage, Radio und Sitzheizung verzichtet, kann noch länger fahren.

2. Die Schweiz als Lade-Paradies?

Wer ein Elektroauto kauft, möchte dieses möglichst jederzeit und an jedem Ort schnell sowie einfach aufladen. Die Verbreitung von Elektroautos hängt also stark davon ab, wie schnell Städte und Dienstleister flächendeckend Ladestationen errichten können. Gute News für die Schweiz: Bei uns befindet sich eines der dichtestes Netze an öffentlichen Ladestationen. Schwieriger ist die Situation beim Laden zu Hause: Die Schweiz hat die niedrigste Wohneigentumsquote Europas, der Einbau von Ladestationen in Einstellhallen von Überbauungen ist nicht immer einfach. Hier sind die Eigentümer gefragt, ihre Mieter und Mieterinnen zu unterstützen, damit die Elektromobilität ein Erfolg werden kann. Denn ein Grossteil der Ladevorgänge mit einem E-Auto findet zu Hause oder am Arbeitsplatz statt.

Wichtig ist auch die Ladedauer: Wer lange im Auto unterwegs ist, möchte es unterwegs besonders schnell laden können. Wie lange ein Ladevorgang dauert, hängt von der Batteriekapazität und der maximalen Ladeleistung ab. Letztere ist von der Ladeleistung des Autos, der Ladestation und des Kabels abhängig. Je nach Bedürfnis kann ein Elektroauto zu Hause, am Arbeitsplatz, auf Raststätten oder in Parkhäusern aufgeladen werden. Klar ist: Dem kabellosen Laden gehört die Zukunft – zurzeit ist es aber noch nicht so weit.

3. Preis nicht nur beim Kauf wichtig

Beim Kauf eines neuen Autos ist natürlich immer auch der Preis wichtig. E-Autos sind oft teurer als herkömmliche benzinbetriebene Autos. Das machen sie im Betrieb aber wieder wett: Ein Elektroauto ist im Verbrauch auf 100 Kilometer deutlich günstiger als konventionelle Autos. Die Ladekosten hängen wiederum vom Stromtarif ab – im günstigeren Nachttarif betragen die Kosten für eine Ladung rund zwei Franken, wobei öffentliche Ladestationen sogar manchmal über kostenlose Angebote verfügen. Im Endeffekt hängen die effektiven Gesamtkosten jedoch auch immer von der Fahrzeugkategorie bzw. dem gewählten Modell ab.

4. Umweltfreundlich heisst nicht nur emissionsarm

Generell muss auch beachtet werden, dass die Produktion eines Elektrofahrzeugs bzw. der verwendeten Lithium-Ionen-Batterien die Umwelt stärker belastet als die Herstellung eines Autos mit Verbrennungsmotor. Im Einsatz können E-Autos dies beim CO2-Ausstoss aber ab rund 50’000 Kilometern wieder neutralisieren: Elektrofahrzeuge, die mit Strom aus erneuerbaren Energien laufen, sind deutlich umweltfreundlicher als Benzin- oder Diesel-Modelle. Bei einem Strom-Mix, der nicht komplett aus erneuerbaren Energien besteht, dauert es hingegen länger, bis ein Elektroauto eine bessere Ökobilanz aufweist als andere Autos. Und: Umweltfreundlich heisst nicht nur schadstoffärmer. Elektroautos sind etwa auch deutlich geräuscharmer als andere Fahrzeuge, was wiederum die Lärmbelastung in den Städten reduziert.

5. Elektroautos fahren anders

Elektrofahrzeuge beschleunigen bereits vom Start weg deutlich schneller als Autos mit herkömmlichen Antrieben. Das Fahrerlebnis ist also ein deutlich anderes als bei Modellen mit Benzin- oder Diesel-Motor. Auch die Tatsache, dass Elektrofahrzeuge sehr leise sind, hat Auswirkungen auf das Fahrverhalten: Es gilt, Verkehrsteilnehmer, die das Auto nicht hören, nicht zu erschrecken. Dafür wird bei Geschwindigkeiten unter 20 bis 30 Kilometer pro Stunde ein künstliches Fahrgeräusch erzeugt. Zudem ist es ratsam, vorausschauend zu fahren und dosiert zu bremsen, um eine optimale Rekuperation zu erreichen.

RIP entscheidet

Wer sich mit Elektroautos beschäftigt, stösst schnell auf die „RIP-Problematik“. Das Kürzel steht für Reichweite, Infrastruktur und Preis. Diese drei Punkte entscheiden, ob sich Elektrofahrzeuge langfristig tatsächlich durchsetzen können. Schlussendlich müssen Elektroautos drei Eigenschaften aufweisen, um tatsächlich mit Autos mit Verbrennungsmotoren mithalten zu können:

  • Reichweite: Die Batterie muss für den vom Fahrer gewünschten Einsatz lange genug halten.
  • Infrastruktur: Das Auto soll möglichst jederzeit und an jedem Ort schnell und einfach aufgeladen werden können.
  • Preis: Der Kaufpreis muss sich im gleichen Rahmen bewegen wie bei einem herkömmlichen Auto mit Verbrennungsmotor.

Elektromobilität ganz allgemein beinhaltet jedoch nicht nur Elektroautos: Auch E-Bikes, Elektroscooter oder -motorräder und sogar E-Trottinetts sind auf den Schweizer Strassen immer mehr auf dem Vormarsch – und tragen dazu bei, dass Mobilität ganz allgemein elektrischer und so auch umweltfreundlicher wird.

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