Das Porträt über die individuelle Mobilität in der Schweiz.
  • Umwelt

Luftqualität - so sieht es in der Schweiz aus

Die Luft in der Schweiz wird immer besser. Was bedeutet das? Hier gibt es mehr Informationen zu Luftqualität, Luftschadstoffen und Verkehr

Die Luftqualität in der Schweiz wird stetig besser und ist im Vergleich zum restlichen Europa auf einem höheren Niveau. Das bedeutet, dass immer weniger Schadstoffe in der Luft enthalten sind. Dies liegt einerseits an den technischen Fortschritten der Automobilindustrie, andererseits an den strengen Grenzwerten, die für Verkehr, Industrie, Haushalte und Gewerbe in den letzten vierzig Jahren eingeführt wurden. Doch was bedeutet dies eigentlich genau? Es lohnt sich einen Blick hinter die vielen Fachbegriffe wie Emission, Immission, Grenzwerte und Luftschadstoffe zu werfen. Denn vieles klingt komplizierter, als es eigentlich ist.

Die Luft, die wir täglich einatmen, besteht zu 21 Prozent aus Sauerstoff und zu weiteren 78 Prozent aus Stickstoff. Hinzukommen Kohlendioxid, Edelgase und – je nach Aufenthaltsort – mehr oder weniger Luftschadstoffe. Zu letzteren gehören beispielsweise Feinstaub, Stickoxide und Ozon. Was hat es nun mit diesen Schadstoffen auf sich?

Was genau sind Luftschadstoffe wie Feinstaub überhaupt?

Unter Feinstaub (PM10, PM2.5) versteht man feste und flüssige Teilchen unterschiedlicher Grösse, bestehend beispielsweise aus Russ, Abriebpartikeln, geologischem und biologischem Material. Gerade in der kälteren Jahreszeit ist die Belastung durch Feinstaub höher, da wir mehr heizen und dadurch mehr Feinstaubpartikel in die Luft gelangen. Die Stickoxide umfassen u.a. Stickstoffdioxid (NO2) und Stickstoffmonoxid (NO) und entstehen insbesondere bei hohen Temperaturen während des Verbrennens von Brenn- und Treibstoffen. Ein weiterer Luftschadstoff ist das Ozon (O3). Das bodennahe Ozon entsteht unter Einwirkung des Sonnenlichts aus Stickstoffdioxid und flüchtigen organischen Verbindungen.

Unterschied zwischen Emissionen und Immissionen

Häufig werden die beiden Begriffe Emission und Immission miteinander verwechselt. Eine Emission ist der Ausstoss von Stoffen – beispielsweise von einem Flugzeugtriebwerk oder einem Diesel- bzw. Benzinmotor. Die ausgestossenen Stoffe werden wiederum in der Luft stark vermischt. Mit Immission ist die Konzentration dieser Stoffe in der Luft gemeint, die an einer bestimmten Stelle gemessen wird. Die Luftreinhalte-Verordnung der Schweiz (LRV) hat entsprechende Grenzwerte für Immissionen festgelegt, die nicht überschritten werden sollten.

Wie steht es um die Luftqualität in der Schweiz in Bezug auf den Strassenverkehr?

Es sind vor allem technische Fortschritte wie Katalysatoren und Partikelfilter bei Diesel und Benziner, die dafür sorgen, dass die Luftverschmutzung in der Schweiz durch den Strassenverkehr seit Jahren stetig abnimmt. Zudem sorgen strengere Grenzwerte beim Abgas und die immer höhere Verbreitung von E-Autos und Fahrzeugen mit alternativen Antrieben – auch wenn diese nach wie vor nur einen tiefen Anteil am Gesamtvolumen der Autos ausmachen – für tiefere Emissionen. Das heisst: Die Luft wird sauberer. Heute liegen 9 von 13 Luftschadstoffen unter dem Immissionsgrenzwert. Dennoch werden beim Stickstoffdioxid, Feinstaub und Ozon diese Grenzwerte immer wieder überschritten. Doch warum ist dies eigentlich so?

Gründe für überschrittene Grenzwerte sind vielseitig

Eine Rolle spielt auch der Import – und zwar nicht nur von Fahrzeugen, sondern auch von tatsächlichen Schadstoffen. Rund 75 Prozent des Ozons in der Deutschschweiz stammt aus dem Ausland. Wie andere Gase steigt auch Ozon in die Höhe und wird dann durch Windströme weit über die Landesgrenzen hinaus transportiert. Insbesondere Grenzgebiete sind geprägt vom Verkehr aus dem Ausland, wo andere Emissionswerte für Fahrzeuge gelten. Unabhängig von der Ursache ist es jedoch Tatsache, dass die Immissionsgrenzwerte für Stickstoffdioxid und Feinstaub in Gebieten mit hohem Verkehrsaufkommen immer seltener und an immer weniger Messstationen in der Schweiz überschritten werden.

Luft unser wichtigstes Lebensmittel

Unsere Luft ist heute deutlich sauberer als früher. Gemäss der neuesten Studie vom Bundesamt für Umwelt zur Luftqualität in der Schweiz ist bei allen Schadstoffen eine Abnahme der Luftbelastung sichtbar. Noch in den 80er-Jahren lag die Schadstoffbelastung um einiges höher als heute. So hat beispielsweise die Feinstaubbelastung von Partikeln kleiner als 2.5 Mikrometer seit 1998 um rund 40 Prozent abgenommen. Neben schärferen gesetzlichen Vorschriften haben auch das Bestreben der Automobilindustrie insbesondere die technischen Fortschritte dafür gesorgt, dass die Luft heute sauberer ist und immer sauberer wird. Die Verbesserung der Luftqualität muss aber in vielen Schritten erfolgen, da es nicht die eine Massnahme gibt, um die Qualität auf einen Schlag zu verbessern. Auch in Zukunft sind daher verschiedene Massnahmen und technische Entwicklungen gefragt, sodass die Grenzwerte sämtlicher Luftschadstoffe nicht mehr überschritten werden. Damit wir auch weiterhin saubere Luft einatmen.

Stickstoffdioxid Immissionen
Feinstaub Immisionen
Teilen:

Wir empfehlen:

Diese Website verwendet Cookies, um Sie beim individuellen Navigieren zu unterstützen. Durch die Benutzung dieser Website erklären Sie sich einverstanden, dass wir Cookies im Einklang mit der Erläuterung in unserer Datenschutzerklärung verwenden. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzerklärung, um mehr darüber zu erfahren, wie wir Cookies verwenden und wie Sie Cookies verwalten können.

Akzeptieren

Bitte benutzen Sie einen moderneren Browser