Das Porträt über die individuelle Mobilität in der Schweiz.
  • Mobilität der Zukunft

Verkehrsinfrastruktur: Das muss sich tun

Der Schweizer Verkehr wächst und wächst – wie kann die Infrastruktur mithalten? Und wie wirkt sich die Digitalisierung auf das Wachstum aus?

Die Schweizer Bevölkerung wächst stetig: Rund 8,5 Millionen Menschen leben in der Schweiz – mehr als doppelt so viel als noch 1900. Auch die Siedlungsflächen haben in diesem Zeitraum stark zugenommen, ein Drittel davon steht dem Verkehr zur Verfügung – rund 2,3 Prozent der Fläche der Schweiz. Bis 2040 soll aufgrund des anhaltenden Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums auch der Verkehr weiterhin stark zunehmen. Neue Strategien für Verkehr und Infrastruktur sind gefragt, Infrastruktur und Menschen werden sich verändern müssen.

Die Stadt formt die Mobilität – die Mobilität formt die Stadt. Technologischer Fortschritt, Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum sowie soziale und politische Entwicklungen haben unsere Städte zu dem geformt, was sie heute sind – und sorgen dafür, dass sie sich stetig weiterentwickeln und den sich verändernden Bedürfnissen ihrer Bewohner anpassen. Für die Schweiz wird bis 2040 eine starke Zunahme des Verkehrs prognostiziert: Der öffentliche Verkehr soll im Vergleich zu 2010 um mehr als 50 Prozent zunehmen, der motorisierte Individualverkehr um rund 18 Prozent. Auch der demografische Wandel spielt dabei eine Rolle. Die Zahl der Erwerbstätigen geht zurück, die neuen Rentnerinnen und Rentner bleiben aber nach wie vor mobil und legen längere Einkaufs- und Freizeitwege zurück. Nicht ausser Acht gelassen werden darf auch der technologische Fortschritt: Waren vor hundert Jahren nur vereinzelte Automobile auf den Strassen unterwegs, teilen diese sie sich heute mit dem ÖV, Motorrädern, Fahrrädern und neuen Fortbewegungsmitteln wie E-Trottinetts. Das stellt Strassen wie Schienen vor neue Herausforderungen.

Strassen- und Schienenverkehr brauchen mehr Fläche

Mit einem zunehmenden Automatisierungsgrad der Fahrzeuge werden – so die Prognose – die Verkehrssicherheit steigen und die Mobilitätskosten sinken. Ob Automatisierung und neue Technologien jedoch auch Lösungen für einen besseren Verkehrsfluss oder Senkung der Umweltbelastung bringen bzw. aktuelle Herausforderungen wie Leerfahrten und Zersiedelung nicht noch verschärfen, ist schwer abzuschätzen. Fakt ist jedoch: Neue Mobilitätsangebote werden entstehen, die Multimodalität und der öffentliche Individualverkehr werden zunehmen. Der Druck, mehr Flächen für Verkehrsinfrastruktur zur Verfügung zu stellen, wird höher. Dem gegenüber steht die sinkende Akzeptanz der Bevölkerung, Kulturland dem Verkehr zu überlassen. Doch: Alleine mit Ausbauten wird das grosse Verkehrswachstum nicht zu bewältigen sein – weder im Strassen-, noch im Schienenverkehr.

Digitalisierung wird den Ausbau nicht ersetzen

Die Lösung liegt darin, die bereits vorhandenen Infrastrukturen optimaler zu nutzen – dies etwa, in dem Pannenstreifen umgenutzt werden oder Züge dichter hintereinanderfahren können. Neue Verkehrsinfrastrukturen in Städten werden unter dem Gesichtspunkt, möglichst boden- und flächenschonend vorzugehen, geplant. Generell erhalten Massnahmen zur Optimierung von bestehenden Flächen konsequent Vorrang gegenüber dem Ausbau und entsprechend der Nutzung neuer Flächen. Gleichzeitig sollen bestehende Infrastrukturen effizienter bewirtschaftet werden und auch die dritte Dimension, also der Untergrund, genutzt werden bzw. bestehende Infrastrukturen durch Überdeckung Fläche zurückgewinnen. Achtspurige Autobahnen wird es in der Schweiz also in naher Zukunft kaum geben.
Andersherum wird aber auch die Digitalisierung den Infrastrukturausbau nicht ersetzen, sondern den Verkehrsmix noch mit neuen Angeboten ergänzen. Gleichzeitig stossen Strassen- wie Schienennetz an die Grenze ihrer Kapazität. Die Lösung liegt zum einen darin, die Schweizer Verkehrsinfrastruktur zu optimieren und auf die sich veränderten Bedürfnisse und Angebote anzupassen und gleichzeitig auch darin, dass jeder einzelne den eigenen Mobilitätsmix für sich optimiert.

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