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  • Mobilität der Zukunft

Voice und Künstliche Intelligenz beim Autofahren

«Hey Auto, überhol den roten Kombi» - Wie weit sind eigentlich künstliche Intelligenz und Sprachsteuerung in Autos?

Es erinnert an eine Szene aus der 1980er-Jahre-Serie Knight Rider: Man steigt ins Auto und stellt erst mal die Sitzheizung via Sprachbefehl ein. Aber für ein funktionierendes Voice User Interface – also eine sprachbasierte Benutzeroberfläche – braucht es auch künstliche Intelligenz oder Artificial Intelligence (AI), wie es auf Englisch heisst. Werden die beiden Technologien kombiniert, entsteht ein leistungsstarkes digitales System fürs Auto. Aber wo steht die Entwicklung in der Kommunikation mit dem Auto, und wie verändern künstliche Intelligenz und Voice unsere Gewohnheiten auf der Strasse?

Über Voice User Interfaces (VUI) und künstliche Intelligenz (KI)

Um das Thema besser verstehen zu können, braucht es etwas Wissen zu den Grundlagen. Wenn man von Voice User Interfaces spricht, sind in der Regel Voice Assistants wie der Google Assistant, Apples Siri oder Alexa von Amazon gemeint. Solche intelligenten Sprachassistenten erkennen und verstehen gesprochene Inputs, interpretieren diese und liefern eine Antwort oder Lösung für das gestellte Problem. Klar zu unterscheiden von künstlicher Intelligenz sind sie indes nicht – sie basieren auf Machine Learning (maschinellem Lernen) und sind, wie der Name bereits sagt, intelligent.

Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet Systeme, die das menschliche Denken in den Grundzügen nachstellen. Informationen in Form von Text, Sprache oder Bildern werden von einem Algorithmus verarbeitet, welcher kontinuierlich dazulernt – auch hier greift maschinelles Lernen. Dadurch wird die Anwendung immer präziser: In der Praxis bedeutet das bei Voice, dass der User immer besser verstanden wird.

Was man dem Auto heute schon sagen kann

„Hey Auto, zeig mir den Weg nach Lugano“ – im Prinzip gilt: Was die intelligenten digitalen Assistenten wie Siri oder der Google Assistant auf dem Smartphone heute schon können, ist auch in Autos möglich. Laut einer Analyse des Forschungsinstituts capgemini sprechen Menschen schon heute mit ihren Autos. 77 Prozent der Konsumenten nutzen Spracherkennung beispielsweise, um die Navigation zu starten oder zum nächsten Lied zu springen. Für die Zukunft erwarten die Forscher jedoch einen rasanten Anstieg in der Nutzung von Voice User Interfaces (VUI): Innert drei Jahren soll die durchschnittliche Nutzung von Voice im Auto von heute 49 Prozent auf 73 Prozent wachsen. Ob dann Dialoge möglich werden, wie sie Michael mit K.I.T.T. in der Serie Knight Rider hatte, wird sich zeigen – ohne künstliche Intelligenz (KI) geht diese Interaktion aber nicht.

Der Assistent auf vier Rädern

Ein sprachgesteuerter, intelligenter Assistent ist im Prinzip nichts Neues. Apples Siri und der Google Assistant sind bereits weit verbreitet. Auch die Microsoft-Stimme Cortana ist für viele Kunden schon vertraut und deshalb international verbreitet. Vor allem in englischsprachigen Ländern kennt man auch Alexa von Amazon. Doch Voice-Technologie hat das Potential, das Auto vom Fortbewegungsmittel zum Cockpit für den täglichen Bedarf zu verwandeln. Insbesondere Pendler verbringen pro Woche mehrere Stunden im Auto, während denen das Smartphone aus Sicherheitsgründen besser in der Tasche bleibt. Ein Voice User Interface könnte die Zeit nutzbar machen, indem man Reservationen fürs Abendessen im Restaurant direkt via Sprachbefehl tätigt, oder über das VUI die Heizung in der Wohnung einstellt. Das bringt nicht nur einen Zuwachs an Produktivität und Komfort, sondern auch an Sicherheit, da die Augen auf der Strasse sind – und nicht auf dem Display.

Die bereits bekannten Funktionen von Voice Assistants sind jedoch erst der Anfang. Werden weitere Elemente hinzugefügt, können bisherige Grenzen gesprengt werden. Dies illustriert folgendes Beispiel: Cerence, ein amerikanischer Softwareentwickler im Bereich der künstlichen Intelligenz, zeigt in einem Video auf, was Voice User Interfaces (VUI) im Auto der Zukunft können. So kann beispielsweise die Blickrichtung erkannt werden. Das bedeutet, dass die KI Fragen wie „Wann schliesst dieses Geschäft?“ oder „Was ist das für ein Gebäude?“ beantworten kann. Auch Hilfestellung beim Suchen von günstigen Parkplätzen geschieht über Sprache und verbreitert so die Anwendungsmöglichkeiten für VUI. Um auf diese Stufe zu gelangen, braucht es jedoch einiges an künstlicher Intelligenz.

Wie smart ist mein Auto?

Beim automatisierten Fahren führt kein Weg an künstlicher Intelligenz vorbei. KI oder AI (kurz für Artificial Intelligence) sorgen unter anderem dafür, dass Autos selbständig bremsen und die Spur halten. Das geschieht unter Einsatz einer Vielzahl von Systemen, welche für eine erhöhte Sicherheit zusammenarbeiten. Komplett automatisiertes Fahren ist zwar noch nicht auf Schweizer Strassen angekommen, aber was wäre, wenn man sein Auto nicht nur mit Lenkrad und Pedalen manövrieren könnte, sondern auch mit der eigenen Stimme?

Bevor man sich beim Autofahren komplett zurücklehnen und das Lenken der KI überlassen kann, wäre es denkbar, einzelne Vorgänge beim Autofahren zu automatisieren und über Sprache zu triggern. Mittels Kameratechnologien parkieren moderne Autos bereits heute selbständig ein. Auch die Autopiloten einiger Modelle sind weit fortgeschritten. Es wäre also nicht unmöglich, einen Voice Assistant im Auto zu haben, welcher Befehle wie „Überhole den roten Kombi vor mir“ versteht und ausführen kann. Mithilfe von maschinellem Lernen könnte sich der Fahrassistent den Vorlieben der User anpassen und für ein angenehmes Fahrerlebnis sorgen. Die Anwendungen sind breit und die Grenze zum automatisierten Fahren verschwimmt zunehmend.

Die Stimme neben Lenkrad und Pedale als neues Element

Ob man das Auto in eine Art Cockpit für mehr Produktivität verwandelt oder einzelne Fahrmanöver mittels Artificial Intelligence (AI) automatisch durchführen lässt: Voice hat das Potential, zu einem Steuerelement zu werden, wie es Lenkrad und Pedale heute schon sind. Die Augen können sich dabei aber auf die wichtigste Aufgabe konzentrieren: das Beobachten des Verkehrs rundherum. Voice wird so zu einer Chance für IT-Unternehmen, das Autofahren noch sicherer zu machen. Die Kunden gewinnen aber ebenfalls an Komfort, indem Voice Assistants nicht nur Information bieten, sondern auch bei täglichen Aufgaben unterstützen.

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