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Von Biogas und Wasserstoff: Was alternative Antriebe heute schon können

Biogas oder Wasserstoff ermöglichen ein sparsames und umweltfreundliches Autofahren. Was können alternative Antriebe und Motoren schon heute?

Von der Marke, über die Lackfarbe zur Motorleistung: Autos gibt es in unzähligen Varianten. Auch bei der Antriebstechnik gibt es verschiedene Alternativen. Biogas oder Wasserstoff ermöglichen ein sparsames und umweltfreundliches Autofahren. Wie funktionieren alternative Kraftstoffe und welche Technik wird unsere Fahrzeuge in Zukunft antreiben?

Alternativen zu Benzin- oder Dieselmotoren werden immer beliebter

Umweltschutz ist längst auch bei der Antriebstechnik ein Thema: Elektro-, Gas- und Wasserstoff-Antriebe sowie diverse Hybrid-Varianten mit Verbrennungsmotoren werden immer beliebter. Bei der Zukunft der Mobilität denken die meisten an Elektroautos. Daneben gibt es aber noch viele weitere Möglichkeiten zu klassischen Treibstoffen wie Benzin. Nehmen wir zwei innovative Antriebsmöglichkeiten etwas genauer unter die Lupe: Biogas und Wasserstoff.

Biogas und Wasserstoff: Was du wissen musst

Biogas entsteht durch Vergärung von Biomasse wie Klärschlamm, Speisereste, oder Mist. Den wesentlichen Bestandteil des Biogases bildet Methan, das auch Hauptbestandteil von Erdgas ist. Um Biogas ins Netz einzuspeisen, muss der Treibstoff auf Erdgas-Qualität aufbereitet werden. Ein Gasauto fährt mit einem herkömmlichen Benzin-Motor, der auf den Gasbetrieb adaptiert wird. Anders sieht es bei der wasserstoffbetriebenen Brennstoffzelle aus: Diese wandelt Wasserstoff mithilfe von Sauerstoff zu Wasser um. Bei dieser chemischen Reaktion wird elektrische Energie freigesetzt, die wiederum den Elektromotor antreibt.

Gas-Fahrzeuge sind ähnlich umweltschonend wie elektrisch betriebene Autos

Gasbetriebene Autos sind in der Anschaffung rund 15 Prozent teurer als ein klassischer Personenwagen. Jedoch bietet der Treibstoff auch zahlreiche Vorteile:

  • Die Reichweite einer Tankfüllung ist mit 600 bis 800 Kilometer identisch wie bei Fahrzeugen mit klassischen Kraftstoffen wie Diesel.
  • Gegenüber einem herkömmlichen Dieselmotor sind die Stickoxid-Emissionswerte bei einem Gasmotor bis zu 95 Prozent reduziert und gegenüber einem Benzinmotor liegen sie rund 50 Prozent tiefer.
  • Der bivalente Motor kann mit Erdgas, Biogas und Benzin betrieben werden. Wenn der Gastank leer gefahren ist, schaltet das System automatisch auf Benzin um.

Brennstoffzellen-Autos haben eine hohe Alltagstauglichkeit

Wasserstoff ist rein von der Produktion her teuer und energieintensiv. Nur mit Strom aus erneuerbarer Energie wie Sonne, Wind- oder Wasserkraft gilt der Brennstoffzellen-Antrieb als wirklich umweltfreundlich. Der Wasserstoffmotor bietet aber auch viele Chancen:

  • Die Brennstoffzelle ist in Kombination mit dem Wasserstoffspeicher noch energiereicher als die Batterie. Der Antrieb arbeitet völlig abgasfrei, denn aus dem Auspuff kommt nur Wasserdampf.
  • Das Gesamtsystem des Brennstoffzellenantriebs weist im Vergleich zu herkömmlichen Verbrennungsmotoren einen doppelt so hohen Wirkungsgrad auf.
  • Im Vergleich zu E-Modellen können Fahrzeuge mit einem Wasserstofftank innerhalb von nur drei Minuten betankt werden und kommen mit einer Tankfüllung über 500 Kilometer weit. Insgesamt muss aber für das Fahren mit Wasserstoff die dreifache Energiemenge aufgebracht werden wie für ein batterieelektrisches Fahrzeug.

Fahren mit Erdgas und Wasserstoff braucht Infrastruktur

Im Alltag bedeutet ein neuer Kraftstoff auch den Aufbau eines neuen Netzwerks von Tankstellen. Auch in der Schweiz zeigten sich zu Beginn Schwierigkeiten bei der Abdeckung der Tankmöglichkeiten im Bereich Erdgas. Inzwischen ist das Handicap aber beseitigt – nur im Engadin oder Goms ist noch immer weit und breit keine Gastankstelle auffindbar. Tankstellen für Wasserstoff sind zurzeit aber noch Mangelware: Der Förderverein H2 Mobilität hat sich dem angenommen und will in den nächsten Jahren ein flächendeckendes Tankstellen-Netzwerk für Brennstoffzellen-Autos aufbauen. Seit 2019 ist die Schweiz zudem Testmarkt für Brennstoffzellen-Lastwagen im europäischen Raum: Vorerst wird das Projekt mit einer Flotte von 50 Lastwagen gestartet.

In der automobilen Welt werden alternative Antriebe als Umsatzbringer der kommenden Jahre gesehen. Auf dem Markt wird es jedoch auf absehbare Zeit nicht «die eine» Antriebstechnologie der Zukunft geben, sondern eine Vielzahl von Möglichkeiten.

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