Das Porträt über die individuelle Mobilität in der Schweiz.

Chauffeur zur Wolke 7

Autogramm von André

«Menschen mit nostalgischen Autofahrten einen Moment des Glücks schenken.»

Ein geselliger Gemütsmensch, so könnte man André beschreiben. Der 52-jährige Versicherungsagent hat seit seiner Kindheit eine besondere Leidenschaft für englische Autos. Mit seinem Oldtimer bringt er Menschen zum Strahlen – sei es bei Hochzeiten, Geburtstagen oder Pensionierungen. Jeder Anlass ist anders, doch eines haben alle gemeinsam – die geteilte Freude der Menschen an einer besonderen Fahrt mit einem Hauch Nostalgie. André ist ein waschechter Berner und ist aufgrund seiner Stelle im Aussendienst oftmals mit dem Auto unterwegs. Für gewisse Strecken wie von Bern nach Zürich ist ihm der Zug aber klar angenehmer und innerhalb der Stadt Bern nutzt er entweder Tram oder Bus – so ist ihm ein optimaler Mix aus kombinierter Mobilität wichtig.

Vor 23 Jahren kaufte sich André einen Oldtimer-Rolls-Royce – eigentlich aus reiner Faszination zum Auto selbst und aus Begeisterung für englische Autos. Diese Leidenschaft wurde bereits in jungen Jahren durch seinen Jungendfreund geschürt, dieser hatte englische Verwandtschaft und schwärmte stets, ein Rolls-Royce sei der beste Wagen der Welt.

«Oldtimer umgibt ein Mythos – sie lassen ein Stück Nostalgie aufleben.»

Das Umfeld des Berners wusste natürlich vom besonderen Kauf und so kam es, dass André immer mal wieder zum Chauffeur bei Hochzeiten seiner Freunde und Bekannten wurde. Es machte ihm einfach Freude, anderen Menschen mit einer nostalgischen Fahrt ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Die einfache Mund-zu-Mund Propaganda professionalisierte er über die Jahre mit einer Webseite. Seither gelangen allerlei Anfragen aus dem Grossraum Bern, Solothurn und Luzern für Geburtstage, Hochzeiten oder Pensionierungen zu ihm.

Von politischen Nachkömmlingen bis auf die Leinwand

André chauffierte bereits eine Bundesratstochter an ihrem Hochzeitstag herum oder erlangte durch den bekannten Schweizer Spielfilm «Mein Name ist Eugen» Leinwandpräsenz. An der Premiere in Bern fuhren zudem die Jungschauspieler und Stephanie Glaser im Oldtimer vor – ein besonderes Erlebnis. Auch Momente wie dieser, in dem André einem älteren Herrn die Motorhaube zeigt und dieser vor Freude strahlt, zeigen ihm, wie emotional solche nostalgischen Fahrzeuge für viele Menschen sind. Auch für karitative Anlässe war André mit seinem Oldtimer schon unterwegs. Zum Beispiel, um kranken Kindern eine besondere Fahrt zu ermöglichen. Jede Fahrt ist für ihn ein erfüllter Tag.

«Autofahren gibt mir die Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen und ein Gefühl des Loslassens zu erleben.»

Nach der Lehre und noch vor der RS absolvierte André kurz nach seinem 20. Geburtstag die Fahrprüfung. Mit seinem angesparten Geld erfüllte er sich gleich einen Kindheitstraum – ein englisches Auto. Er kaufte sich seinen ersten Jaguar und löste familien-interne Diskussionen aus: Bei seinem Vater, der von Beruf Opel-Garagist war, sorgte die Wahl des Autos eher für Stirnrunzeln. Doch André liess sich damals wie heute nicht beirren. Er ist durch und durch Autofan und auch in Oldtimer-Vereinen aktiv. Dennoch geniesst er auch mal eine Zugfahrt und wählt in Städten lieber den öffentlichen Verkehr. Den Verein sieht er als erweiterten Bekannten- und Freundeskreis, mit dem er gerne über Gott und die Welt spricht, aber auch gerne mal eine gemeinsame Oldtimer-Spritztour durch die Schweizer Pässe oder zu einem schönen See unternimmt.

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