Das Porträt über die individuelle Mobilität in der Schweiz.

Die Ausbrecherkönigin

Autogramm von Léa

Die 29-jährige gebürtige Walliserin doktoriert an der Universität Bern in Sozialanthropologie und arbeitet derzeit in Zürich an einem Filmprojekt über Kinderarbeit in Bolivien.

In den Bergen – speziell beim Snowboarden und Bergsteigen – lebt sie so richtig auf. An ihrem Arbeitsort Zürich ist sie meist nur mit dem Velo unterwegs und fährt zur Uni Bern lieber mit dem Zug. Für ihre Freizeitabenteuer schätzt sie ihren VW-Bus namens «Furgoni» umso mehr als perfekten Begleiter. Gerade wenn es die Walliserin immer mal wieder von Zürich zurück in ihren Heimatkanton verschlägt. Léas individuelle Mobilität ermöglicht ihr, alles unter einen Hut zu bringen und dabei ihre perfekte Balance zu finden.

«Das Schönste ist für mich, an einem Ort mitten im Nirgendwo in meinem Bus aufzuwachen und mich auf den Weg in Richtung Berg zu machen.»

In den Wintermonaten bekommen ihre Zürcher WG-Mitbewohner Léa eher selten zu Gesicht. Denn gerade in der kalten Jahreszeit ist sie mit ihrem Bus meist in den Bergen unterwegs. Als leidenschaftliche Snowboarderin und Tourengängerin ist sie ein echter Outdoorfan. Gerade für ihre Freeride-Wettkämpfe braucht sie ihren Bus, da sie währenddessen weit entfernt in den Alpen unterwegs ist und vor Ort übernachten muss. In ihrem selbst umgebauten Bus lässt sich zudem all ihr Equipment unkompliziert mitnehmen.

Einfach überall hinkommen

Gerade 18 Jahre alt und bereits die Fahrprüfung – im Wallis nichts Ungewöhnliches, denn man will möglichst rasch unabhängig sein. Gerade abgelegene Dörfer sind oftmals mit dem öffentlichen Verkehr nur umständlich zu erreichen. So teilten sich Léa und ihre Brüder das erste Auto, das ihre Mutter dem Nachbarn abgekauft hatte, im Wallis. Das Gefühl von Unabhängigkeit schätzt sie auch heute an ihrem Furgoni.

«Zu Beginn war mein Auto mehr ein Nutzfahrzeug, heute habe ich auch eine emotionale Beziehung zu meinem Bus.»

Vielleicht entwickelte sich diese Verbindung auch deshalb, weil das Auto Léa diese besonderen Momente ermöglicht: In der Nähe des Bergs zu übernachten und bereits um 3.00 Uhr morgens in der Stille der Nacht den Aufstieg auf den nächsten 4000er zu starten.

Auch Freunden gibt sie ihren Bus öfters mal leihweise ab. Egal ob gerade ein Umzug einer Freundin von Zürich nach Madrid ansteht oder einfach ein Möbel im Brocki abgeholt werden muss. Léa ist unkompliziert und flexibel – ihr Bus ebenfalls.

«Ich biete öfters Mitfahrgelegenheiten an.»

Léa nimmt immer mal wieder Leute mit – beispielsweise, wenn sie in der Romandie oder in den Bergen unterwegs ist. Denn in ihrem Bus gibt es trotz des Umbaus zur fahrenden Wohnung auch noch immer genügend Platz für Mitfahrerinnen und Mitfahrer – 5 Plätze insgesamt.

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